Was ist eine Vollfinanzierung?
Eine Vollfinanzierung bei der Immobilienfinanzierung bedeutet eine Baufinanzierung gänzlich ohne eigenes Kapital. Der Darlehensnehmer finanziert nebem dem Kaufpreis auch sämtliche Kaufnebenkosten wie z. B. Grunderwerbsteuer, Notarkosten, etc. Im Fachjargon ist diese Art der Finanzierung auch als 110%-Finanzierung bekannt.
Für den Darlehensnehmer ist sie deutlich kostspieliger als eine Immobilienfinanzierung mit Eigenkapital, denn die Bauzinsen sind deutlich höher. Je geringer die eigenen in die Finanzierung eingebrachten finanziellen Mittel sind, desto höher ist das Risiko für die Darlehensgeber. Deshalb verlangen diese beim Abschluss eines Baudarlehens Risikoaufschläge in Form von höheren Zinssätzen.
Die hier dargestellten Zinsen für Hypothekendarlehen gelten bundesweit ab einer Darlehenssumme von 250.000,- €. Regional sind deutlich günstigere Zinsen für Baugeld möglich. Die Monatsrate versteht sich als unverbindliches Beispiel zum Vergleich der Zinssätze mit einer anfänglichen Tilgung von 1 %. Für die hier vorliegenden Angaben übernimmt die DTW GmbH keine Haftung. Stand: 11.04.2026.
Gibt es steuerliche Vorteile bei einer Vollfinanzierung?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Vollfinanzierung bei der Immobilienfinanzierung auch steuerliche Vorteile bieten. Zum Beispiel beim Kauf einer vermieteten Immobilie ist es möglich, dass sich eine Vollfinanzierung oder eine Baufinanzierung mit einem geringen Eigenkapitalanteil rechnet.
Denn die Schuldzinsen für eine Immobilienfinanzierung sind dann steuerlich absetzbar. Daher können Baufinanzierungen mit wenig Eigenkapitaleinsatz bei vermieteten Objekten ein durchaus interessantes Steuersparmodell sein.
Deckt eine Vollfinanzierung auch die Kaufnebenkosten bei der Baufinanzierung ab?
Eine Vollfinanzierung ganz ohne eigenes Kapital deckt nicht nur den kompletten Kaufpreis der Immobilie, sondern auch sämtliche Kaufnebenkosten ab. Abgesehen vom möglichen Steuervorteil ist sie aber für einen Darlehensnehmer mit zahlreichen Nachteilen verbunden.
Neben dem höheren Sollzinssatz muss man auch die längere Laufzeit der Immobilienfinanzierung einkalkulieren. Beides erhöht den Gesamtaufwand für die Baufinanzierung und verzögert die vollständige Tilgung des Baudarlehens.
Immobilienfinanzierung: kostenlos & unverbindlich anfragen
Wie kann ich Geld bei der Immobilienfinanzierung sparen?
Im Laufe der vergangenen Jahre haben zahlreiche Banken und Versicherungen die Risikoaufschläge für Immobilienfinanzierung mit geringerem Eigenkapitalanteil erhöht. Die besten Zinskonditionen bei einer Baufinanzierung gewähren sie bei einem Eigenkapitalanteil von 50 Prozent oder mehr.
Je niedriger die Zinslast ist, desto höher kann ein Darlehensnehmer seine Tilgungsleistung ansetzen. Es ist bei der Wahl über die Höhe der monatlichen Rate (Annuität) sinnvoll, möglichst viel zu tilgen, damit der Zinsansteil innerhalb der Rate schnell abnimmt.
Bei der Immobilienfinanzierung wird üblicherweise ein Annuitätendarlehen abgeschlossen. Bei ihm verschieben sich die beiden Anteile nach jeder gezahlten Monatsrate zugunsten der Tilgung, weil die monatliche Rate über die gesamte Laufzeit konstant bleibt. Das bedeutet, dass die Tilgung des Baudarlehens sich kontinuierlich beschleunigt und man früher schuldenfrei wird. So lohnt es sich, wenn ein Darlehensnehmer aufgrund eines niedrigeren Sollzinssatzes durch das Einbringen von Eigenkapital seine anfängliche Tilgung um ein oder zwei Prozent erhöhen kann. Denn dann ist schnell eine Gesamtkostenersparnis von mehreren Tausend bis Zehntausende Euro möglich.