Was ist eine Nachrangfinanzierung?
Bei der Nachrangfinanzierung wird ein Darlehensgeber der Immobilienfinanzierung im Grundbuch als Gläubiger nachrangig, also erst nach anderen Gläubigern, eingetragen.
Was das für den Darlehensgeber und den Darlehensnehmer bei einer Baufinanzierung konkret bedeutet, lässt sich am Beispiel gut veranschaulichen.
Beispiel für eine Nachrangfinanzierung:
1.) Ein Käufer hat vor einigen Jahren eine Immobilie erworben und sie mit einem Baudarlehen finanziert.
2.) Diese Grundschuld wurde an erster Position, also erstrangig, im Grundbuch eingetragen.
3.) Nun plant der Immobilienkäufer einen zusätzlichen Anbau, für welchen er weiteres Baugeld benötigt.
4.) Er benötigt entsprechend eine zweite Baufinanzierung, während die erste Immobilienfinanzierung noch läuft.
5.) Das zweite Baudarlehen wird somit „nachranging“, also hinter dem ersten Gläubiger ins Grundbuch eingetragen.
Bei der zweiten Baufinanzierung handelt es sich um eine Nachrangfinanzierung.
Die hier dargestellten Zinsen für Hypothekendarlehen gelten bundesweit ab einer Darlehenssumme von 250.000,- €. Regional sind deutlich günstigere Zinsen für Baugeld möglich. Die Monatsrate versteht sich als unverbindliches Beispiel zum Vergleich der Zinssätze mit einer anfänglichen Tilgung von 1 %. Für die hier vorliegenden Angaben übernimmt die DTW GmbH keine Haftung. Stand: 28.02.2026.
Welche Auswirkung hat die Nachrangfinanzierung?
Diese nachrangige (hintere) Position im Grundbuch hat Konsequenzen sowohl für den Darlehensgeber als auch den Darlehensnehmer.
Sollte es zu einer Zwangsvollstreckung der Immobilien kommen, werden alle Erlöse aus der Versteigerung entsprechend der Reihenfolge der Grundbucheinträge verteilt.
Bei einer Zwangsversteigerung weiß man im Vorfeld nie, wie hoch die Erlöse sein werden. Eventuell reichen die Erlöse nur dazu aus, den erstrangigen Gläubiger bedienen zu können.
Alle nachrangigen Gläubiger gingen in einem solchen Fall "leer aus".
Wie hoch sind die Zinsen bei der Nachrangfinanzierung?
Je riskanter ein Immobilienkredit für die Bank ist, umso höher sind auch die Zinsen für die Baufinanzierung.
Nachrangige Baudarlehen bergen für Darlehensgeber ein höheres Risiko das geliehene Geld nicht zurückzubekommen. Diese Tatsache schlägt sich für den Darlehensnehmer in den Kosten einer nachrangigen Baufinanzierung nieder. Für Nachrangdarlehen werden in der Regel höhere Zinsen fällig, als bei einem Baudarlehen im ersten Rang.
Daher werden erstrangige Baudarlehen in der Regel zu deutlich günstigeren Zinssätzen angeboten als eine Nachrangfinanzierung.
Je nach den Vorhaben eines Bauherren oder Immobilienkäufers kann es dennoch notwendig sein, ein nachrangiges Hypothekendarlehen zu höheren Zinssätzen abzuschließen.