Energieausweis – Die wichtigsten Informationen

Infos zum Energieausweis

Was ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis ist der energetische Steckbrief einer Immobilie. Er soll Orientierung geben: Ist das Gebäude sparsam oder ein Energiefresser? Mit welchem Energieverbrauch ist zu rechnen?

Was ist im Energieausweis vermerkt?

Der Energieausweis gibt an, wie viel Energie ein Haus für Heizung und Warmwasser verbraucht. Auf dem vierseitigen Formular sind Energieeffizienz und Energieklassen vermerkt. Grün (A+, A, B) steht für eine hohe Energieeffizienz, Gelb (C, D, E, F) für einen mittleren Wert und Rot (G, H) für mangelhafte oder keine energetische Sanierung. Damit man einordnen kann, wo das Gebäude im Vergleich zu anderen Häusern steht, enthält der Energieausweis zudem eine zweite Farbskala mit Vergleichswerten für verschiedene Gebäudetypen.

Ist der Energieausweis Pflicht?

Ja. Wer als Eigentümer oder Makler ein Haus inseriert, verkauft oder vermietet, muss dem Käufer oder Vermieter den Energieausweis im Original oder als Kopie vorlegen und zwar spätestens bei Vertragsabschluss. Das gilt auch für Neubauten. Wird bei einer Sanierung der gesamte Energiebedarf eines Hauses berechnet, ist der Energieausweis ebenfalls Pflicht. In öffentlichen Gebäuden mit vielen Besuchern und einer Größe über 500 Quadratmetern muss der Energieausweis sichtbar ausgehängt sein.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Mieter in bestehenden Mietverhältnissen haben keinen Anspruch, den Energieausweis vorgelegt zu bekommen. Auch wer seine Immobilie selbst nutzt, braucht das Dokument nicht. Denkmalgeschützte Gebäude, Häuser mit einer Nutzfläche unter 50 Quadratmetern sowie Ferienhäuser, die weniger als viermal pro Jahr genutzt werden, sind ebenfalls ausgenommen.

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Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Es gibt den Verbrauchs- und den Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis wird auf Grundlage des durchschnittlichen Öl- und Gasverbrauchs der vergangenen drei Jahre berechnet. Soll ein Bedarfsausweis ausgestellt werden, ermittelt ein Experte den Energiebedarf des Hauses anhand dessen Bauweise. Der Verbrauchsausweis ist günstiger, da er schneller ausgestellt werden kann. Er gibt jedoch keine Auskunft über die energetischen Schwachstellen des Gebäudes.

Wer braucht welchen Energieausweis?

Einen Bedarfsausweis braucht man für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, für die ein Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde. Es sei denn, beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierung wird mindestens das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreicht. In einem solchen Fall ist auch ein Verbrauchsausweis zulässig. Für alle anderen Bestandsgebäude, auch für kleine Nichtwohngebäude, besteht Wahlfreiheit. Für Neubauten sind bereits seit 2002 Bedarfsausweise vorgeschrieben.

Was hat sich zum 1. Mai 2014 geändert?

Seit die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft ist, sind die Regeln für den Energieausweis noch strenger geworden. Seither müssen zum Beispiel Immobilienanzeigen Angaben aus dem Energieausweis enthalten. Spätestens bei Vertragsabschluss muss dem Mieter oder Käufer dann der Ausweis im Original oder als Kopie vorliegen.

Wie bekomme ich den Energieausweis?

Nur Fachkräfte – z. B. Architekten, Ingenieure, Physiker und Handwerker – dürfen den Ausweis ausstellen. Man findet sie unter Angabe der Postleitzahl beispielsweise über Datenbanken wie der Energieeffizienz-Expertenliste. Auch im Internet locken zahlreiche Anbieter. Verbraucherzentralen warnen aber vor allzu günstigen Angeboten, die den gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung oft nicht entsprechen und deshalb ungültig sind.

Welche Informationen brauche ich für den Antrag?

Wer einen Verbrauchsbasierten Energieausweis beantragen will, sollte die Verbrauchswerte von Strom, Gas, Öl, Holz oder Kohle aus den vergangenen drei Jahren parat halten. Auch folgende Informationen sind relevant: die Nutzfläche in Quadratmetern, die Anzahl der Wohneinheiten, der Leerstand in Prozent, das Baujahr von Gebäude und Heizungsanlage, Infos zum Heizungssystem, der Warmwasserverbrauch und die mittlere Warmwassertemperatur (in Celsius). Für einen Bedarfsbasierten Energieausweis sind diese Angaben wichtig: Gebäudenutzfläche (in Quadratmetern), Baujahr des Gebäudes, Baujahr der Heizungsanlage, Form des Hauses mit angrenzenden Häusern, Form und Beheizung des Dachs und Kellers, Konstruktionsart und Dämmung des Dachs,der  obersten Geschossdecke, der Außenwände und Fußboden zum Keller, Angaben zu den Fenstern sowie Angaben zum Alter und Zustand der Heizung und Warmwasseraufbereitung. Diese Informationen kann man auch bei einer Begehung von dem Ausweissteller ermitteln lassen.

Was kostet ein Energieausweis?

Generell gilt: Je mehr Wohneinheiten ein Gebäude hat, desto ausführlicher ist die Begehung und desto mehr kostet das Dokument. Der Bedarfsorientierte Energieausweis ist dabei grundsätzlich teurer als der Verbrauchsorientierte. Die Kosten für ersteren liegen für ein Ein- und Zweifamilienhaus bei rund 300 Euro, ein Verbrauchsorientierter Ausweis liegt für dieselbe Kategorie bei rund 100 Euro.

Wie lange ist er gültig?

Der Energieausweis wird immer für zehn Jahren ausgestellt. Er kann nicht verlängert werden.

Was ist, wenn ich keinen Energieausweis habe?

Wer den Energieausweis gar nicht oder zu spät vorlegen kann oder fehlerhafte Angaben macht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro.

Was kommt noch auf Immobilienbesitzer zu?

Ab Januar 2016 gelten Regeln für Neubauten. Unter anderem soll der maximale Wärmeverlust durch die Gebäudehülle um 20 Prozent sinken.

Daumen hoch

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Quelle: www.dena.de.