Wie entwickeln sich die Zinsen für Baufinanzierungen?
Derzeit bewegen sich die Zinsen für Baufinanzierungen bei etwa 3,40 % bis ca. 4,10 %, bei 10 Jahren Sollzinsbindung und einem Beleihungsauslauf von 60 %.
Key Facts zur aktuellen Situation der Zinsen für Baufinanzierungen:
- Zinsniveau: Seit Anfang März sind die Bauzinsen um ca. 0,40 Prozentpunkte gestiegen. Die Baugeldzinsen bewegen sich derzeit auf dem Niveau von November 2023.
- Stabilität & Schwankung: Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen bewegten sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 zunächst in einem sinkenden Zins-Korridor. Mit Beginn des Nahost-Konflikts steigen diese allerdings rasant an.
- Prognose und Ausblick: Zum größten Teil ist derzeit der Nahost-Konflikt dafür verantwortlich, dass u.a. die Bauzinsen steigen. Denn mit steigenden Ölpreisen, steigen die Preise für Güter und Waren. Das wiederum heizt die Inflationserwartungen an und lässt die Zinsen für Bundesanleihen steigen. Darüber hinaus kann die steigende Staatsverschuldung in Deutschland mittelfristig zu weiter steigenden Zinsen für Bundesanleihen führen. Das wiederum kann mit einer steigenden Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen einher gehen.
Nutzen Sie das noch immer günstige Zinsniveau zur Absicherung Ihrer Immobilien- oder Anschlussfinanzierung.
Aktuelle Nachrichten und deren Auswirkungen auf die Zinsen für Baugeld
Seit Beginn des Nahost-Konflikts Ende Februar/ Anfang März steigen die Ölpreise rasant an. Sowohl für die Produktion, als auch für die Lieferung von Waren und Gütern bedeutet das steigende Preise. Darüber hinaus ist die wichtige Seestraße von Hormus blockiert. Die Inflation wird in einem solchen Marktumfeld kurz- bis mittelfristig weiter steigen.
Deutsche Bundesanleihen reagieren in den vergangenen Wochen auf die steigende Inflationserwartung. Entsprechend steigen deren Zinsen. Denn Inflation bedeutet Kaufkraftverlust. Investoren verlangen höhere Zinsen, wenn sie ihr Geld in Form von Anleihen verleihen.
Zinsen für Baukredite werden meist für 10 oder 15 Jahre festgelegt. Sie orientieren sich nicht am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern an den Zinsen für langfristige Bundesanleihen. Diese wiederum orientieren sich an der Entwicklung der Inflation bzw. der zukünftigen Inflationserwartung sowie der Bonität der einzelne Staaten.
Steigen die Zinsen für Bundesanleihen, steigen auch die Baugeldzinsen.
Fernab des Nahost-Konflikts besteht nach wie vor die Sorge einer steigenden Staatsverschuldung zahlreicher Euroraum-Länder. Eine hohe Staatsverschuldung kann unter Umständen dazu führen, dass die Bonität der Länder abnimmt, was zu höheren Zinsen bei langlaufenden Anleihen führen kann. Im Jahr 2026 wird Deutschland voraussichtlich eines der Länder mit der höchsten Nettokreditaufnahme sein.
Die EZB hat im März 2026 keine Änderungen am Leitzins vorgenommen. Die Unsicherheit aufgrund des Ölpreisschocks ist groß. Die EZB rechnet in den kommenden Monaten mit einer steigenden Inflationsrate. Wie die EZB kurz- bis mittelfristig darauf reagieren wird und ob sie den Leitzins erhöht - diese Frage blieb unbeantwortet. Auch wenn der Leitzins keinen direkten Einfluss auf die Bauzinsen hat, so ist er ein wichtiges Instrument für die EZB.
Sind die aktuellen Zinsen für Baugeld günstig im historischen Vergleich?
Das aktuelle Zinsniveau ist im historischen Vergleich nach wie vor attraktiv und es ist noch immer ein guter Zeitpunkt eine Baufinanzierung oder auch Anschlussfinanzierung abzuschließen.
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Wie entwickeln sich die EZB-Leitzinsen?
EZB belässt im März 2026 den Einlagezins bei 2,00 Prozent und nimmt keine Änderung vor.
Was ist das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB)?
Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent zu erreichen und Preisstabilität zu gewährleisten. Daher hatte die EZB über Monate bzw. Jahre hinweg versucht, die teils hohe Inflationrate im Euroraum in den Griff zu bekommen. Grundsätzlich gilt es die Konjunktur in der Währungsunion bei der Umsetzung der Geldpolitik zu berücksichtigen.
Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen teurer werden. Das Geld wird somit weniger wert.
Hat die EZB Änderungen am Leitzins vorgenommen?
Die EZB belässt im März 2026 den Einlagezins bei 2,00 Prozent, zu welchem Geschäftsbanken Geld bei der EZB parken können.
Zu Anfang Juni 2024 leitete die EZB die Trendwende in ihrer damaligen Geldpolitik ein. Im Juni 2025 folgte seitens der EZB die 8. Leitzinssenkung in Folge. Seitdem legt die EZB eine Zinspause ein. Denn auch im März 2026 nahm sie keine Änderungen am Leitzins vor.
Die EZB führte im September 2024 eine technische Neuerung ein: Die Spanne zwischen Einlagezins und Hauptrefinanzierungssatz wurde verkleinert. Früher stand letztgenannter Leitzins als wichtigster Leitzins im Fokus.
Der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz, zu welchem sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen können, belässt die EZB ebenfalls bei 2,15 Prozent.
Wichtig für Sie: Die Senkung des Leitzinses wird sich in der Regel kaum auf die Baugeldzinsen auswirken! Denn die Baugeldzinsen orientieren sich u.a. an der Entwicklung langfristiger Bundesanleihen sowie der Inflationsrate. Die Leitzinssenkung begünstigt unter Umständen sogar eine steigende Inflationserwartung für die Zukunft, was auch die Baugeldzinsen wieder ansteigen lassen könnte.
Welche Auswirkung hat eine Änderung des EZB Leitzinses für das Tagesgeld und für Ratenkredite?
Größere Auswirkungen haben Leitzinsänderungen für Sparer mit einem Tagesgeldkonto. Denn die Banken passen ihre Zinsen recht zügig auf das entsprechende Zinsniveau an.
Darüber hinaus werden bei Leitzinssenkungen beispielsweise Ratenkredite in der Regel günstiger und umgekehrt.
US-Notenbank nimmt im März 2026 keine Änderungen beim US-Leitzins vor. Dieser bewegt sich innerhalb einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Wie entwickelt sich die Inflationsrate in Deutschland?
Inflationsrate in Deutschland sinkt im Februar 2026 auf 1,9 Prozent.
Das Statistische Bundesamt hat die vorläufige Schätzung bestätigt, dass die Inflationsrate im Februar 2026 auf 1,9 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat) gesunken ist.
Wie entwickelt sich die Inflationsrate in Deutschland für Energie, Nahrungsmittel und Dienstleistungen?
Die Energiepreise sind im Februar 2026 um -1,9 Prozent gesunken (gegenüber dem Vorjahresmonat).
Die Preise für Dienstleistungen verteuerten sich um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Tarifverhandlungen könnten auch zukünftig für weiter steigende Kosten im Dienstleistungssektor sorgen.
Kunden bekommen steigende Lohn- und Gehaltskosten bei Unternehmen meist in Form von steigenden Preisen zu spüren. Eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale könnte in Gang gesetzt werden: Unternehmen erhöhen die Löhne - steigende Löhne müssen durch steigende Preise ausgeglichen werden - Arbeitnehmer gehen erneut in Tarifverhandlungen für höhere Löhne, usw. Wobei es Unternehmen nach den Preissteigerungen in den vergangenen Monaten immer schwerer fällt, die höheren Lohn- und Gehaltskosten an die Kunden weiterzugeben.
Die Preise für Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die sogenannte Kerninflationsrate betrug im Februar 2026 2,5 Prozent und veränderte sich so gegenüber Januar 2026 nicht. Die Kerninflationsrate wird ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel berechnet.
Die Preise für Güter und Dienstleistungen stiegen im Gesamtjahr 2025 um durchschnittlich 2,2 Prozent.
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Wie entwickelt sich die Inflationsrate im Euroraum und in den USA?
Inflationsrate im Euroraum steigt im Februar 2026 auf 1,9 Prozent.
Das EU Statistikamt Eurostat hat in ihrer vorläufigen Schätzung mitgeteilt, dass die Inflationsrate im Euroraum im Februar 2026 auf 1,9 Prozent gestiegen ist.
Preistreiber waren die gestiegenen Preise für Dienstleistungen (+3,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat), wohingegen die Preise für Energie deutlich gesunken sind (-3,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat).
Im Januar 2026 betrug die Inflationsrate im Euroraum 1,7 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat).
Inflationsrate in den USA verharrt im Februar 2026 bei 2,4 Prozent.
Nachdem die Inflationsrate im November und Dezember 2025 bei 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat lag, ist sie im Januar stärker als erwartet um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent gesunken. Im Februar 2026 behielt sie dieses Niveau bei.
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Wie geht es weiter mit den Baugeldzinsen?
Baufinanzierer müssen sich weiterhin auf insgesamt eher schwankende Baugeldzinsen einstellen.
In Deutschland sind dafür diverse Maßnahmen der Bundesregierung mitverantwortlich, welche die Inflation in Deutschland bereits angeheizt haben und weiter anheizen könnten.
Beispiel:
Dazu zählt unter anderem die Anpassung des CO2-Preises je Tonne. Auch im Jahr 2026 steigt der CO2-Preis. Dieser beträgt nun bis zu 65 Euro je Tonne. Das führt zu weiter steigenden Preisen beim Tanken und Heizen. Aber auch für viele Unternehmen bedeutet der CO2-Preis-Anstieg eine Mehrbelastung bei der Herstellung von Gütern und Waren. Das kann die Preise der hergestellten Produkte ebenfalls teurer machen.
Des Weiteren werden u.a. steigende Krankenkassenbeiträge bzw. steigende Pflegeversicherungsbeiträge Einfluss auf die Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland haben sowie die Aufnahme neuer Kredite bzw. Lockerung der Schuldenbremse. Entlastungen, wie die Mehrwertsteuersenkung bei den Preisen in der Gastronomie, werden meist nicht an die Kunden weitergegeben.
Bei einer hohen Inflation sind Bundesanleihen mit einem niedrigen Zins für Investoren nicht mehr attraktiv. Investoren werden diese verkaufen. Werden Bundesanleihen verkauft, sinken deren Kurse und die Zinsen steigen an. Wie eingangs erwähnt, orientieren sich die Baugeldzinsen an langlaufenden Anleihen. Die Zinsen für Baufinanzierungen steigen entsprechend ebenfalls an.
Ist es derzeit einfach einen Baukredit zu erhalten?
Auf 10-Jahres-Sicht werden noch immer sehr wenig Baukredite vergeben. Darlehensgeber lehnen zahlreiche Kreditanträge ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig:
- Neubauten werden aufgrund gestiegener Rohstoffpreise und regulatorischer Vorgaben immer teurer, sodass der Beleihungsauslauf oftmals 90 % und mehr beträgt,
- steigen die Baugeldzinsen, macht dies Baudarlehen entsprechend teuer,
- Banken verlangen mehr Eigenkapital und setzen hohe Pauschalen für Lebenshaltungskosten an,
- die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellt hohe Anforderungen an die Banken für die Kreditvergabe.
Die Liste ließe sich noch weiter fortführen.
Vor allem Anschlussfinanzierer, deren Sollzinsbindung kurz- bis mittelfristig endet, sollten sich jetzt um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Die Zinsen sind historisch gesehen nach wie vor günstig. Sollten die Zinsen für Baugeld steigen, könnten die monatlichen Raten der Anschlussfinanzierung zu einem finanziellen Kraftakt werden.
Baufinanzierungsrechner
Worauf sollte ich als Baufinanzierer achten?
- Viel Eigenkapital einbringen:
Bringen Sie genügend Eigenkapital in die Finanzierung ein. Zu wenig Eigenkapital oder ein zu niedriges monatliches Einkommen führt dazu, dass der Darlehensgeber die Baufinanzierung nicht realisieren wird.
- Auf das eigene Budget achten:
Für viele Baufinanzierer wird der Traum vom Eigenheim zur Herausforderung, wenn die Preise für Baumaterial, Handwerker, etc. oder die Zinsen steigen. Es gilt immer auf das eigene Budget zu achten, denn dieses sollte niemals zu knapp bemessen werden.
- Günstige Zinsphasen nutzen:
Nutzen Sie die Chance - egal ob für die Anschlussfinanzierung, den Hauskauf oder einen Neubau und sichern Sie sich die aktuellen Baugeldzinsen. Auch ein Bausparvertrag zur Zinssicherung kann äußerst sinnvoll sein.
Wichtig für Sie als Baufinanzierer:
In einem steigenden Zinsumfeld können die Konditionen unserer Finanzierungspartner meist nur für wenige Tage reserviert werden. Die Bearbeitungszeiten unserer Finanzierungspartnern sind ebenfalls länger als zu normalen Zeiten.
Daher ist es umso wichtiger, dass Sie uns Ihre Unterlagen zu Ihrer Immobilie möglichst schnell und komplett zur Verfügung stellen. So sichern Sie sich die aktuellen Konditionen.
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Quellen:
https://boersen.manager-magazin.de/kursinformationen/swap-eur-10-jahre/XC0009683662/
https://www.cnbc.com/quotes/US10Y
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/inflation-verbraucher-104.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktbericht-inflation-eurozone-iran-krieg-100.html
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_079_611.html
https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/us-inflation-liegt-weiter-bei-24-prozent/100207593.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/ezb-zinsentscheid-leitzinsen-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/fed-leitzins-usa-100.html