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Zinskommentar zur Baufinanzierung vom 09.12.2010

In den vergangenen Tagen sind die Zinsen für deutsche Staatsanleihen und Pfandbriefe weiter gestiegen. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Konditionen für Baugeld.

Der Preis für Baugeld orientiert sich an den Zinssätzen von langlaufenden Anleihen, wie z.B. Staatsanleihen oder Pfandbriefen und nicht am Leitzins der Europäischen Zentralbank. Hauptursache für den aktuellen Zinsanstieg ist die derzeitige Euro-Krise, die durch Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Irland, Portugal und Griechenland ausgelöst wurde. Die Länder mussten mit Bürgschaften aus den anderen Euro-Staaten gestützt werden. Besonders beunruhigend ist, dass die Europäer mit ihren Hilfszusagen an diese Staaten nicht verhindern konnten, dass die Schuldenkrise auf andere Länder der Währungsunion übergreift. Auch Belgien, Italien und Spanien sind akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht. So sind beispielsweise die Zinsen für Spanische Anleihen stark gestiegen. Anders als bei Griechenland oder Irland handelt es sich bei Spanien nicht um eine kleine Ökonomie, sondern um die viertgrößte der gesamten Euro-Zone. Sollten sich die Zweifel an Spaniens Zahlungsfähigkeit verstärken, stößt sogar der 750 Mrd. Euro umfassende Rettungsschirm an seine Grenzen. Solche Größenordnungen könnten auch die deutsche Hilfsbereitschaft überfordern.

Welche Bedeutung hat dies für den Bereich der Immobilien­finanzierung aus heutiger Sicht?

Bei den vorherigen Euro-Krisen hatten deutsche Staatsanleihen und Pfandbriefe stets als sicherer Hafen gedient, sodass die Zinsen jeweils gesunken statt gestiegen sind. Aktuell ist die Situation eine andere: Deutschland gerät in Misskredit, weil es in der Europäischen Union und Eurozone von potenziellen Pleitestaaten umgeben ist und für diese möglicherweise aufkommen muss. Für alle Rettungspakete zusammen hat die Bundesrepublik bereits jetzt Zusagen von über 200 Mrd. Euro gegeben. Einige Politiker in der EU haben die Idee, einen Teil der nationalen Schulden auf europäischer Ebene zu bündeln und durch gemeinsame Anleihen zu refinanzieren. Dieses könnte für Deutschland sehr teuer werden, denn der Zinssatz für gemeinsame Anleihen wird deutlich über dem für deutsche Bundesanleihen liegen.

Nach Auffassung von Experten ist die Einrichtung einer Transfer-Union notwendig, wenn man das Auseinanderbrechen der Euro-Zone verhindern möchte. Wie beim deutschen Länderfinanzausgleich müssten permanent Gelder von wirtschaftlich starken zu schwachen Staaten transferiert werden. Neben seinem Anteil an den Rettungspaketen hätte Deutschland als stärkste Volkswirtschaft in der EU den Großteil zu tragen. Somit wird die zukünftige Zahlungsfähigkeit Deutschlands deutlich schlechter als heute eingeschätzt, was zu höheren Zinsen bei deutschen Anleihen führt.

Wir gehen davon aus, dass sich der Zinsanstieg bei langlaufenden Anleihen und somit auch bei Baugeld für Ihre Baufinanzierung und Immobilien­finanzierung längerfristig fortsetzen könnte.

Zinsentwicklung seit Juni 2007 Zinsentwicklung bei der Immobilienfinanzierung
Zinstrend:
steigend

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