Wie entwickeln sich die Zinsen für Baufinanzierungen?
Derzeit bewegen sich die Zinsen für Baufinanzierungen bei etwa 3,20 % bis ca. 3,90 %, bei 10 Jahren Sollzinsbindung und einem Beleihungsauslauf von 60 %.
Key Facts zur aktuellen Situation der Zinsen für Baufinanzierungen:
- Zinsniveau: Seit Anfang März sind die Bauzinsen um ca. 0,25 Prozentpunkte gestiegen. Zwischenzeitlich lag der Unterschied zu Anfang März sogar bei mehr als 0,40 Prozentpunkte.
- Stabilität & Schwankung: Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen bewegten sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 zunächst in einem sinkenden Zins-Korridor. Mit Beginn des Nahost-Konflikts stiegen diese allerdings an. Seit Mitte Mai ist eine insgesamt eher sinkende Zinsentwicklung erkennbar.
- Prognose und Ausblick: Zum größten Teil ist der Nahost-Konflikt dafür verantwortlich gewesen, dass lange Zeit die Bauzinsen gestiegen sind. Denn mit steigenden Ölpreisen, steigen die Preise für Güter und Waren. Das wiederum heizte die Inflationserwartungen an und ließ die Zinsen für Bundesanleihen steigen. Darüber hinaus kann die steigende Staatsverschuldung in Deutschland mittelfristig zu weiter steigenden Zinsen für Bundesanleihen führen. Das wiederum kann mit einer steigenden Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen einher gehen. Auch wenn die Bauzinsen derzeit eher sinken, sollten Baufinanzierer beachten, dass zum 30.06.2026 der Tankrabatt wegfällt und somit die Inflationsrate in Deutschland wieder steigen könnte.
Nutzen Sie das noch immer günstige Zinsniveau zur Absicherung Ihrer Immobilien- oder Anschlussfinanzierung.
Aktuelle Nachrichten und deren Auswirkungen auf die Zinsen für Baugeld
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Juni 2026 erstmals seit September 2023 Änderungen am Leitzins vorgenommen. Um 0,25 Prozentpunkte erhöhte sie diesen auf nun 2,25 Prozent. Von den Finanzmärkten wurde die Erhöhung prognostiziert und bereits im Vorfeld in die Kurse eingepreist. Mit der Leitzins-Erhöhung versucht die EZB die steigende Inflationsrate im Euroraum einzudämmen. Denn im Mai 2026 betrug die Inflationsrate im Euroraum 3,2 Prozent und lag damit deutlich über dem Inflations-Ziel von zwei Prozent. Nun liegt es an der EZB, die ohnehin schwache Konjunktur im Euroraum mit dieser (und mögliche weitere) Leitzins-Erhöhung nicht weiter zu schwächen.
Einer der Hauptgründe für die steigende Inflation im Euroraum ist der Nahost-Konflikt, der Ende Februar/ Anfang März begann und die Ölpreis deutlich steigen ließ. Sowohl für die Produktion, als auch für die Lieferung von Waren und Gütern bedeutet das steigende Preise. Darüber hinaus ist bzw. war die wichtige Seestraße von Hormus lange Zeit blockiert gewesen und ist aus Sicherheitsgründen noch immer nicht richtig befahrbar. Die Inflation kann in einem solchen Marktumfeld kurz- bis mittelfristig weiter steigen.
Zur Senkung der Spritpreise in Deutschland gibt es in den Monaten Mai und Juni einen Tankrabatt. Der Tankrabatt soll sich als positiver Effekt dahingehend auswirken, dass die Inflationsrate im Mai und Juni weniger hoch ausfällt als bspw. im April. Dahingehend konnte ein Teilerfolg erzielt werden, denn die Inflationsrate in Deutschland betrug im Mai 2,6 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat) und somit rund 0,3 Prozentpunkte weniger als noch im April.
Deutsche Bundesanleihen reagierten in den vergangenen Wochen auf die steigende Inflationserwartung. Entsprechend stiegen deren Zinsen. Denn Inflation bedeutet Kaufkraftverlust. Investoren verlangen höhere Zinsen, wenn sie ihr Geld in Form von Anleihen verleihen. So erreichte beispielsweise die 10-jährige Bundesanleihe zuletzt den höchsten Stand seit 15 Jahren.
Zinsen für Baukredite werden meist für 10 oder 15 Jahre festgelegt. Sie orientieren sich nicht am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern an den Zinsen für langfristige Bundesanleihen. Diese wiederum orientieren sich an der Entwicklung der Inflation bzw. der zukünftigen Inflationserwartung sowie der Bonität der einzelne Staaten.
Steigen die Zinsen für Bundesanleihen, steigen auch die Baugeldzinsen.
Fernab des Nahost-Konflikts besteht nach wie vor die Sorge einer steigenden Staatsverschuldung zahlreicher Euroraum-Länder. Eine hohe Staatsverschuldung kann unter Umständen dazu führen, dass die Bonität der Länder abnimmt, was zu höheren Zinsen bei langlaufenden Anleihen führen kann. Im Jahr 2026 wird Deutschland voraussichtlich eines der Länder mit der höchsten Nettokreditaufnahme sein.
Die EZB hat im April 2026 keine Änderungen am Leitzins vorgenommen. Die Unsicherheit aufgrund des Ölpreisschocks ist groß. Die EZB rechnet in den kommenden Monaten mit einer hohen bzw. sogar eher weiter steigenden Inflationsrate. Wie die EZB kurz- bis mittelfristig darauf reagieren wird und ob sie den Leitzins erhöht - diese Frage blieb unbeantwortet. Auch wenn der Leitzins keinen direkten Einfluss auf die Bauzinsen hat, so ist er ein wichtiges Instrument für die EZB.
Sind die aktuellen Zinsen für Baugeld günstig im historischen Vergleich?
Das aktuelle Zinsniveau ist im historischen Vergleich nach wie vor attraktiv und es ist noch immer ein guter Zeitpunkt eine Baufinanzierung oder auch Anschlussfinanzierung abzuschließen.
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Wie entwickeln sich die EZB-Leitzinsen?
EZB erhöht im Juni 2026 den Einlagezins auf 2,25 Prozent.
Was ist das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB)?
Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent zu erreichen und Preisstabilität zu gewährleisten. Die EZB ist bestrebt, die tendenziell steigende Inflationsrate in den Griff zu bekommen. Grundsätzlich gilt es die Konjunktur in der Währungsunion bei der Umsetzung der Geldpolitik zu berücksichtigen.
Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen teurer werden. Das Geld wird somit weniger wert.
Hat die EZB Änderungen am Leitzins vorgenommen?
Die EZB erhöht im Juni 2026 den Einlagezins auf 2,25 Prozent, zu welchem Geschäftsbanken Geld bei der EZB parken können.
Zu Anfang Juni 2024 leitete die EZB die Trendwende in ihrer damaligen Geldpolitik ein. Im Juni 2025 folgte seitens der EZB die 8. Leitzinssenkung in Folge. Ab diesem Zeitpunkt legte die EZB eine Zinspause ein. Erstmals seit September 2023 nahm die EZB nun eine Änderung beim Leitzins vor.
Die EZB führte im September 2024 eine technische Neuerung ein: Die Spanne zwischen Einlagezins und Hauptrefinanzierungssatz wurde verkleinert. Früher stand letztgenannter Leitzins als wichtigster Leitzins im Fokus.
Der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz, zu welchem sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen können, erhöht die EZB ebenfalls auf 2,40 Prozent.
Wichtig für Sie: Eine Senkung des Leitzinses würde sich in der Regel kaum auf die Baugeldzinsen auswirken! Denn die Baugeldzinsen orientieren sich u.a. an der Entwicklung langfristiger Bundesanleihen sowie der Inflationsrate. Eine Leitzinssenkung begünstigt unter Umständen sogar eine steigende Inflationserwartung für die Zukunft, was auch die Baugeldzinsen wieder ansteigen lassen könnte.
Welche Auswirkung hat eine Änderung des EZB Leitzinses für das Tagesgeld und für Ratenkredite?
Größere Auswirkungen haben Leitzinsänderungen für Sparer mit einem Tagesgeldkonto. Denn die Banken passen ihre Zinsen recht zügig auf das entsprechende Zinsniveau an.
Darüber hinaus werden bei Leitzinssenkungen beispielsweise Ratenkredite in der Regel günstiger und umgekehrt.
US-Notenbank nimmt im Juni 2026 keine Änderungen beim US-Leitzins vor. Dieser bewegt sich innerhalb einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Wie entwickelt sich die Inflationsrate in Deutschland?
Inflationsrate in Deutschland sinkt im Mai 2026 auf 2,6 Prozent.
Das Statistische Bundesamt hat die vorläufige Schätzung bestätigt, dass die Inflationsrate im Mai 2026 auf 2,6 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat) gesunken ist. Im April lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent.
Wie entwickelt sich die Inflationsrate in Deutschland für Energie, Nahrungsmittel und Dienstleistungen?
Die Energiepreise sind im Mai 2026 um 6,6 Prozent gestiegen (gegenüber dem Vorjahresmonat) und sind somit nach wie vor der größte Inflationstreiber.
Die Preise für Dienstleistungen verteuerten sich um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Tarifverhandlungen könnten auch zukünftig für weiter steigende Kosten im Dienstleistungssektor sorgen.
Kunden bekommen steigende Lohn- und Gehaltskosten bei Unternehmen meist in Form von steigenden Preisen zu spüren. Eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale könnte in Gang gesetzt werden: Unternehmen erhöhen die Löhne - steigende Löhne müssen durch steigende Preise ausgeglichen werden - Arbeitnehmer gehen erneut in Tarifverhandlungen für höhere Löhne, usw. Wobei es Unternehmen nach den Preissteigerungen in den vergangenen Monaten immer schwerer fällt, die höheren Lohn- und Gehaltskosten an die Kunden weiterzugeben.
Die Preise für Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten wieder steigen könnte. Vor allem dann, wenn der Tankrabatt im Juli ausläuft.
Die sogenannte Kerninflationsrate betrug im Mai 2026 2,5 Prozent. Die Kerninflationsrate wird ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel berechnet.
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Wie entwickelt sich die Inflationsrate im Euroraum und in den USA?
Inflationsrate im Euroraum steigt im Mai 2026 auf 3,2 Prozent.
Das EU Statistikamt Eurostat hat in ihrer vorläufigen Schätzung mitgeteilt, dass die Inflationsrate im Euroraum im Mai 2026 auf 3,2 Prozent gestiegen ist.
Preistreiber waren die Preise für Energie (+10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat) sowie die Preise für Dienstleistungen (+3,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Die Preise für Nahrungsmittel sind um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.
Im April 2026 betrug die Inflationsrate im Euroraum 3,0 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat).
Inflationsrate in den USA steigt im Mai 2026 auf 4,2 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat).
Nachdem die Inflationsrate in den USA im November und Dezember 2025 bei 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat lag, ist sie im Januar stärker als erwartet um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent gesunken. Im Februar 2026 behielt sie dieses Niveau bei. Der Nahost-Konflikt führt nun allerdings dazu, dass die Inflation in den USA in den vergangenen drei Monaten stärker angestiegen ist.
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Wie geht es weiter mit den Baugeldzinsen?
Baufinanzierer müssen sich auf insgesamt eher steigende Baugeldzinsen einstellen.
Zusätzlich zu den bereits genannten Gründen, ist auch die Bundesregierung in Deutschland aufgrund diverser Maßnahmen mit dafür verantwortlich, dass die Inflation in diesem Jahr anzieht.
Beispiel:
Dazu zählt unter anderem die Anpassung des CO2-Preises je Tonne. Auch im Jahr 2026 steigt der CO2-Preis. Dieser beträgt nun bis zu 65 Euro je Tonne. Das führt zusätzlich zum Nahost-Konflikt zu weiter steigenden Preisen beim Tanken und Heizen gegenüber dem Jahr 2025. Aber auch für viele Unternehmen bedeutet der CO2-Preis-Anstieg eine Mehrbelastung bei der Herstellung von Gütern und Waren. Das kann die Preise der hergestellten Produkte ebenfalls teurer machen.
Des Weiteren werden u.a. steigende Krankenkassenbeiträge bzw. steigende Pflegeversicherungsbeiträge Einfluss auf die Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland haben sowie die Aufnahme neuer Kredite bzw. Lockerung der Schuldenbremse. Entlastungen, wie die Mehrwertsteuersenkung bei den Preisen in der Gastronomie, werden meist nicht an die Kunden weitergegeben.
Bei einer hohen Inflation sind Bundesanleihen mit einem niedrigen Zins für Investoren nicht mehr attraktiv. Investoren werden diese verkaufen. Werden Bundesanleihen verkauft, sinken deren Kurse und die Zinsen steigen an. Wie eingangs erwähnt, orientieren sich die Baugeldzinsen an langlaufenden Anleihen. Die Zinsen für Baufinanzierungen steigen entsprechend ebenfalls an.
Ist es derzeit einfach einen Baukredit zu erhalten?
Auf 10-Jahres-Sicht werden noch immer sehr wenig Baukredite vergeben. Darlehensgeber lehnen zahlreiche Kreditanträge ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig:
- Neubauten werden aufgrund gestiegener Rohstoffpreise und regulatorischer Vorgaben immer teurer, sodass der Beleihungsauslauf oftmals 90 % und mehr beträgt,
- steigen die Baugeldzinsen, macht dies Baudarlehen entsprechend teuer,
- Banken verlangen mehr Eigenkapital und setzen hohe Pauschalen für Lebenshaltungskosten an,
- die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellt hohe Anforderungen an die Banken für die Kreditvergabe.
Die Liste ließe sich noch weiter fortführen.
Vor allem Anschlussfinanzierer, deren Sollzinsbindung kurz- bis mittelfristig endet, sollten sich jetzt um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Die Zinsen sind historisch gesehen nach wie vor günstig. Sollten die Zinsen für Baugeld steigen, könnten die monatlichen Raten der Anschlussfinanzierung zu einem finanziellen Kraftakt werden.
Baufinanzierungsrechner
Worauf sollte ich als Baufinanzierer achten?
- Viel Eigenkapital einbringen:
Bringen Sie genügend Eigenkapital in die Finanzierung ein. Zu wenig Eigenkapital oder ein zu niedriges monatliches Einkommen führt dazu, dass der Darlehensgeber die Baufinanzierung nicht realisieren wird.
- Auf das eigene Budget achten:
Für viele Baufinanzierer wird der Traum vom Eigenheim zur Herausforderung, wenn die Preise für Baumaterial, Handwerker, etc. oder die Zinsen steigen. Es gilt immer auf das eigene Budget zu achten, denn dieses sollte niemals zu knapp bemessen werden.
- Günstige Zinsphasen nutzen:
Nutzen Sie die Chance - egal ob für die Anschlussfinanzierung, den Hauskauf oder einen Neubau und sichern Sie sich die aktuellen Baugeldzinsen. Auch ein Bausparvertrag zur Zinssicherung kann äußerst sinnvoll sein.
Wichtig für Sie als Baufinanzierer:
In einem steigenden Zinsumfeld können die Konditionen unserer Finanzierungspartner meist nur für wenige Tage reserviert werden. Die Bearbeitungszeiten unserer Finanzierungspartnern sind ebenfalls länger als zu normalen Zeiten.
Daher ist es umso wichtiger, dass Sie uns Ihre Unterlagen zu Ihrer Immobilie möglichst schnell und komplett zur Verfügung stellen. So sichern Sie sich die aktuellen Konditionen.
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Quellen:
https://boersen.manager-magazin.de/kursinformationen/swap-eur-10-jahre/XC0009683662/
https://www.cnbc.com/quotes/US10Y
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-eurozone-energiepreise-iran-krieg-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktbericht-renditen-krisensignal-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/inflation-eurozone-mai-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ezb-erhoeht-leitzins-102.html
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_199_611.html
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-inflation-100.html