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Die Zinsen für Baugeld sind auf einem Rekordtief

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Zinskommentar zur Baufinanzierung vom 11.07.2014

Vor zwei Wochen sind die Zinsen für Baufinanzierungen und Immobilien­finanzierungen auf ein historisches Zinstief gesunken. Mitte dieser Woche wurde das erst kürzlich aufgestellte Rekordtief erneut unterschritten. Noch nie konnten sich Baufinanzierer zu solch günstigen Konditionen ihren Traum vom Eigenheim erfüllen. Ein Ende des im vergangenen Jahr begonnenen Abwärtstrends beim Baugeld könnte jedoch auf mittelfristiger Sicht eintreten.

Einer der Hauptgründe hierfür ist die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Anfang Juni hat Mario Draghi, Präsident der EZB, auf der EZB-Ratssitzung das Absenken des Leitzinses auf 0,15 Prozent sowie die Einführung eines negativen Einlagenzinses für Geschäftsbanken im Euroraum bekannt gegeben. Vor allem letztere Maßnahme galt als Novum für die EZB. Die Geschäftsbanken müssen seitdem einen „Strafzins“ an die Zentralbank zahlen, wenn sie dort Geld „parken“ wollen. Auf der EZB-Ratssitzung vergangene Woche gab es hingegen keine Beschlüsse über neue Maßnahmenpakete innerhalb des Währungsraums. Draghi zeigte sich aber zufrieden, dass die lockere Geldpolitik wohl schon erste Erfolge verzeichnen konnte. Der eingeschlagene Weg müsse jetzt erst einmal greifen, bevor über die Einführung weiterer Maßnahmen nachgedacht wird.

Die zusätzliche Lockerung der Geldpolitik im Juni soll die noch immer eher zurückhaltende Kreditvergabe der Geschäftsbanken im Euroraum ankurbeln. Draghi beabsichtigt mit den beschlossenen Maßnahmen den Konsum und die Investitionen im Euroraum durch günstige Kredite in Schwung zu bringen. Eine anziehende Konjunktur würde Investoren anlocken. Gelder werden dann aus niedrigverzinsten Anleihen, wie z. B. Bundesanleihen, abgezogen und in Aktien umgeschichtet. Für deutsche Staatsanleihen würde dies sinkende Kurse, mit einem gleichzeitigen Anstieg der Zinsen bedeuten. Auch Baufinanzierer müssten dann mit steigenden Zinsen für Immobilien­finanzierungen rechnen.

Grundsätzlich wirkt sich eine Änderung des EZB-Leitzinses auch auf die Geldmenge im Euroraum aus. Tendenziell erhöht sich die Geldmenge bei einem sinkenden Leitzins. Die Folge davon ist eine inflationäre Entwicklung bei den Güter- und Warenpreisen. Der Euro wird weniger wert, was Investoren dazu veranlasst ihr Geld in attraktivere Anlageformen einer anderen Währung anzulegen. Für deutsche Staatsanleihen bedeutet dies sinkende Kurse und steigende Zinsen. Die Zinsen für Baugeld steigen dann dementsprechend auch.
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