Haus und FamilieDas Baukindergeld gerät, seit es in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aufgenommen wurde, immer wieder einmal in die Schlagzeiten. Das Projekt der großen Koalition, Familien mit Kindern bei der Bildung von Wohneigentum zu fördern, sollte ursprünglich schon innerhalb der ersten Jahreshälfte 2018 eingeführt werden. Doch noch lässt das geplante Gesetz auf sich warten und in welcher Form es letztlich verabschiedet wird, ist aktuell ebenfalls noch unklar. Hier im Blog von DTW | Immobilienfinanzierung stellen wir Ihnen in einer Chronologie den aktuellen Stand in Sachen Baukindergeld und die jeweiligen Details der geplanten staatlichen Förderung vor.

Koalitionsstreit beigelegt: begrenzte Antragsfrist beim Baukindergeld

27. Juni 2018:

Nachdem der Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, beim Baukindergeld eine Wohnflächenobergrenze anzusetzen, rasch von vielen Seiten kritisiert wurde, ist dieser wieder vom Tisch. Nach der Tagung des Koalitionsausschuss am Vorabend zeigen sich die Fraktionsspitzen der großen Koalition über die neue Einigung zufrieden. Unionsfraktionschef Volker Kauder gibt am folgenden Morgen zum Baukindergeld bekannt: „Wir haben uns darauf geeinigt: Es wird in der Zeit vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2020 gezahlt werden und zwar ohne eine Begrenzung auf Quadratmeterzahlen.“ Und er kommentiert das Ergebnis: „Damit wird ein schneller Schub für den Wohnungsbau gemacht.“

Auch Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, findet, man habe eine gute Lösung gefunden: „Ich bin zufrieden damit.“ „Dass wir uns gestern auf das Baukindergeld einigen konnten, ist ein wesentlicher Punkt“, meinte ebenfalls Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe, „denn wir haben ja auch gesehen, dass es im Detail immer schwierig ist.“

Damit die für den Bundeshaushalt vereinbarte Gesamtfördersumme beim Baukindergeld ausreicht, wurde also nun die Antragsfrist für die staatliche Unterstützung zeitlich bis Ende 2020 begrenzt. „So ist der Finanzrahmen zu halten“, zitiert das Politmagazin „stern“ die Experten rund um Finanzminister Scholz. Der Termin zur Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag ist allerdings noch offen.

Vorschlag: Wohnflächenobergrenze beim Baukindergeld

19. Juni 2018:

Bundesfinanzminister Olaf Scholz fürchtet eine zu hohe Belastung des Staatsetats durch das Baukindergeld. Daher bringt er eine neue Einschränkung der Förderung ins Spiel, die im Koalitionsvertrag nicht festgehalten war. Wie aus dem Bereinigungsentwurf zum Bundeshaushalt vom 19. Juni hervorgeht, will der Minister das Baukindergeld von der Wohnfläche abhängig machen. „Die Wohnflächenobergrenze beträgt 120 Quadratmeter für Haushalte mit bis zu zwei Kindern“, lautet der Vorschlag. Pro weiteres Kind dürfen zehn Quadratmeter hinzukommen. Mit anderen Worten: Eine vierköpfige Familie, die sich eine Wohnung in der Innenstadt mit 119 Quadratmeter zulegen möchte, könnte in den Genuss des staatlichen Zuschusses kommen. Möchte sie hingegen ein Haus mit 121 oder mehr Quadratmetern auf dem Land bauen, ginge sie beim Baukindergeld leer aus.

Skepsis und Kritik an der geplanten Förderung

Anfang Juni 2018:

Das geplante Baukindergeld der großen Koalition stößt in Politik und Bevölkerung vielfach auf Skepsis und Kritik. Laut einer repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag des Zentralen Immobilien-Ausschusses, die das Meinungsforschungsinstitut Civey in der Zeit vom 30. Mai bis 5. Juni durchgeführt hat, hat gut jeder Zweite Zweifel, dass das Baukindergeld den Bau oder Erwerb einer Immobilie attraktiver macht. Einige Experten der Wohnungsbaubranche befürchten, dass durch das Baukindergeld die Immobilienpreise insbesondere in den Ballungszentren steigen könnte. Bei der hohen Nachfrage nach Wohnungen in den Großstädten sei es nicht unwahrscheinlich, dass beim Immobilienkaufpreis der staatliche Zuschuss einfach draufgeschlagen werden könnte. Die FDP hält das Baukindergeld insgesamt für eine veraltete Subvention und plädiert stattdessen für eine Senkung der Grunderwerbssteuer.

Regierungsprojekt Baukindergeld

12. März 2018:

Die Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD unterzeichnen den Koalitionsvertrag, in dem das Baukindergeld als Regierungsprojekt festgehalten ist. Vorgesehen ist, dass Familien beim Kauf oder Bau einer Immobilie einen staatlichen Zuschuss von 1.200 Euro pro Kind und Jahr erhalten sollen, und zwar über einen Zeitraum von insgesamt zehn Jahren. Die Einführung ist in der ersten Jahreshälfte 2018 geplant und soll dann rückwirkend zum 1. Januar beantragt werden können.

Da die Förderung vor allem Familien aus der Mittelschicht zugutekommen sollte, hatte man sich auf eine Einkommensgrenze beim Baukindergeld geeinigt. Diese liegt bei 75.000 Euro zu versteuerndes Familieneinkommen plus 15.000 Euro pro Kind. Das bedeutet, dass eine vierköpfige Familie mit einem Bruttojahreseinkommen von bis zu 105.000 Euro das Baukindergeld erhalten könnte.

Immobilienfinanzierung gut planen und kalkulieren

Tipp von DTW | Immobilienfinanzierung:

Solange das Baukindergeld noch nicht tatsächlich in einer konkreten Form eingeführt ist, sollten Bauherren und Immobilienkäufer bei ihrem Vorhaben in ihrer Kalkulationen der Immobilienfinanzierung nicht allzu sehr auf die geplante Förderung durch den Staat setzen. Es ist wenig sinnvoll, Lebens- und Familienplanung von den Unwägbarkeiten in der Politik abhängig zu machen.

Stattdessen sind eine sorgfältige Recherche und der Vergleich von verschiedenen Angeboten zur Immobilienfinanzierung zu empfehlen. Bei den derzeit immer noch sehr niedrigen Bauzinsen können Familien eine günstige Baufinanzierung finden, mit der sie sich in vielen Fällen den Traum vom Wohneigentum auch ohne das Baukindergeld erfüllen können. Und sollte es dann tatsächlich doch noch kommen und man es beantragen können, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. So könnte man mit ihm beispielsweise bei der bereits abgeschlossenen Immobilienfinanzierung durch Sondertilgungen das Baudarlehen schneller abzahlen. Mit den DTW-Baufinanzierungsrechnern wie etwa dem Haushaltsrechner oder dem Budgetrechner können Sie sich übrigens rasch ermitteln lassen, welchen Kaufpreis oder monatliche Ratenzahlung bei der Immobilienfinanzierung Sie sich leisten können.